Auf den Spuren der Hanse
Wildpark 'Schwarze Berge', Hamburg, Redewisch

Apri/Mai 2014

Teil 2: Wismar, Boiensdorf
Teil 3: Rostock, Warnemünde, Bad Doberan, Schwerin

Besucherzaehler

Samstags hatte Chili auf dem Hundeplatz in Gummersbach-Lieberhausen die Beste Begleithundprüfung des Tages abgelegt.
Nun mussten wir vorerst nicht mehr zum Training und hatten Zeit. Während der Wetterbericht überall Regen vorhersagte, sollte es im Nordosten schön sein. Also - was lag näher, als in den Norden zu fahren? Hansestädte standen schon länger auf unserer Wunschliste.

So starteten wir gleich am nächsten Tag, Sonntag dem 27. April, Richtung Norden. Es regnete nicht nur in Strömen, es goss. So langsam bekamen wir Zweifel, ob unsere Entscheidung wirklich richtig war. Aber bei unserem Zwischenstopp in Buchholz/Nordheide, hatte der Regen endlich aufgehört. Und so sollte es auch während der nächsten Tage bleiben.

Nachmittags kamen wir am Wildpark-Camping "Schwarze Berge" vor den Toren Hamburgs an. Dieser Stellplatz bietet neben nettem Service den Comfort eines Camping-Platzes zum Preis eines guten Stellplatzes und man kann von hier aus mit dem ÖPNV in 45 Minuten die Stadt erreichen.

Da uns die ruhige und idyllische Lage dieses Stellplatzes so gut gefallen hat, sind wir gleich noch einen Tag hier geblieben und haben
zusammen mit den Hunden den Wildpark besucht. Der große Wildpark ist sehr schön angelegt, inmitten von altem Baumbestand.

Dort begrüßten uns die Hängebauch-Schweine, die in einem großen Gehege frei auf den Wegen herumliefen.

Chili schaute ganz neugierig nach diesen großen "Kätzchen".

Bei der Flugschau durften die Hunde natürlichg nicht dabei sein. Dort gab es einen Uhu, der nicht fliegen wollte, und einem Falken,
dem der Freiflug so gut gefiel, dass er einfach verschwand und anschließend im Wildpark wieder 'eingesammelt' werden musste.

Auch der Wüstenbussard hatte eigene Ideen
und flirtete lieber mit seinen Kollegen in der Voliere.

Unangefochtener Star war ein Weißkopf-Seeadler, der sich immer wieder zu einem kurzen Flug animieren ließ.

Zum Abschluss der Flugschau flogen dann noch einige Kronenkraniche über das Tal.

Die Waschbären waren eine muntere Gruppe.

Chili hatte großes Interesse an Hirschen, Nutrias und Gevatter Dachs.

rechts: Blick vom Aussichtsturm auf unser nächstes Ziel

Am nächsten Tag ging es dann zur ersten Hansestadt unserer Reise:
Hamburg

Die imposanten Backsteinhäuser der Speicherstadt sind der größte zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt.
Eröffnet wurde die Speicherstadt 1888. Für den Bau mussten 16.000 Einwohner des ehemaligen Kehrwieder- und Wandrahm-Viertels umsiedeln.

Hinter den dicken Backstein-Wänden lagern Tee, Kaffee, Gewürze und das weltweit größte Orientteppichlager.
Durch die dicken Mauern herrschen ideale Temperaturen.

"Kunst" in der Deichstraße — Das Nicolaifleet, entspricht in etwa dem ursprünglichen Alsterlauf. Dort entstand der heutige Hafen.

Im Binnenhafen lagen einige Barkassen vor Anker. Was lag also näher, als unseren Stadtrundgang gleich mit einer Hafenrundfahrt zu beginnen?
So enterten wir die "Hansa" und los ging's:

Der Stückgutfrachter Cap San Diego wurde 1961 in Finkenwerder gebaut und hat jetzt dauerhaft an der Überseebrücke festgemacht.
Der Dreimaster ist das weltweit größte Museumsfrachtschiff.
Von der Überseebrücke liefen einst Fähren nach England und Kreuzfahrtschiffe aus.

Im drittgrößten Hafen Europas werden jährlich ca. 8 Millionen Container umgeschlagen. Rund 12.000 Schiffe legen im Jahr an.

rechts: Der Hafen-Staub- ... ääh ... Schlammsauger sorgt dafür, dass die großen Pötte immer genug Wasser unter dem Kiel haben.

Nach ca. 1 Stunde war die beeindruckende Hafenrundfahrt beendet. Die Zeit verging wie im Flug.

Weiter ging es zu Fuß durch die Stadt ...

Der 112 m hohe Turm des Rathauses überragt etliche Gebäude in der Innenstadt und ist bereits von weitem zu sehen.
Das imposante Gebäude aus Sandstein wurde 1897 erbaut.

Sehenswert war der Innenhof des Rathauses mit dem Hygieia-Brunnen, den eine Bronzefigur der griechischen Gesundheitsgöttin ziert.
Der Brunnen wurde in Erinnerung an die Cholera-Epidemie 1892 gebaut.

In den Krameramtsstuben lebten im 17. Jhdt. die Witwen von Seiden- und Eisenwarenhändlern. Die winzige Gasse mit den eng zusammenstehenden Fachwerkhäusern ist das letzte Beispiel für eine damals typische Wohnanlage. 1892 wütete in den düsteren, engen Gängen die Cholera, der viele Bewohner zum Opfer fielen. Der Senat beschloss einige Jahre später den Abriss der Anlage. Nur diese eine Gasse blieb verschont.

Blick vom 132 m hohen Turm des Hamburger Michel auf den Hafen und den neuen Prachtbau, die Elbphilharmonie.
Auf einem markanten alten Backstein-Speicher thront ein Dach aus Glas, das an eine Wellenlandschaft erinnert.

Die Barockkirche St Michaelis, der "Michel", wurde zwischen 1647 und 1661 erbaut.
Danach wurde sie einmal komplett und zweimal in Teilen zerstört und wieder aufgebaut.

< Der hohe Innenraum wird vom 20 m hohen Altar dominiert.

Schaufelradschiff MS "Louisiana Star"

Die "Rickmer Rickmers" wurde 1896 in Bremerhaven gebaut
und ist einer der letzten Großsegler der Handelsschifffahrt.
Der Dreimaster ist 97 m lang und rund 12 m breit.
Seit 1987 liegt er fest am Fiete-Schmidt-Anleger. >

Der 426,5 m lange alte Elbtunnel wurde 1907 bis 1911 gebaut.

FischauktionshalleMSC Magnifica am Cruise Center Altona

Bronze-Plastik "Fischer" am Altonaer Balkon,
einer hoch gelegenen Grün-Terasse

Der Stuhlmannbrunnen von 1900 zeigt zwei kämpfende Zentauren,
die die konkurrierenden Hafen- und Fischereistädte
Hamburg und Altona symbolisieren.

Schon nach 2 Tagen waren wir die laute Stadt richtig leid. Nun auch gleich noch zur nächsten Hansestadt, nach Lübeck fahren?
Nee. Das konnten wir den Hunden und auch uns selbst nicht antun, auch wenn Lübeck wirklich schön ist.
Wir planen irgendwann sowieso noch eine Fahrt an den Plöner See. Da bietet sich ein Besuch in Lübeck richtig an.
Schon zwei Monate später war es so weit: unser Besuch in Lübeck

Am nächsten Morgen, dem 1. Mai, kehrten wir also der lauten Stadt den Rücken. Es war eine Wohltat, wieder über Land zu fahren - durch blühende alte Kastanien-Alleen und ausgedehnte goldgelbe Rapsfelder in einer sanften Hügellandschaft. Blütenduft lag in der Luft. Ziel war der Stellplatz am Café Großklützhöved in Redewisch bei Boltenhagen. Die Hunde hatten 2 langweilige Tage hinter sich. In Hamburg gab es keinerlei Auslaufmöglichkeit für sie. Nun brauchten sie dringend Bewegung.

Sofort nach der Ankunft machten wir vormittags eine kleine Wanderung oberhalb der Steilküste, bei der auch Argus mitgehen konnte.

Das hohe. bis zu 30 m hohe Kliff ist in dieser exponierten Lage
mit den vielen aktiven Abschnitten für die westliche Ostseeküste einmalig.

Endlich toben!

Nach einem kleinen Imbiss im Wohnmobil starteten wir mit den Hündinnen gleich noch mal zu einem etwas längeren Spaziergang am Wasser entlang. Zum Glück fanden wir recht schnell einen steilen Pfad, über den man zum Strand hinab klettern konnte. Es gibt hier keine offiziellen Strandzugänge, da die Steilküste sich durch Erosion ständig verändert. Immer wieder kamen wir an frischen Abbrüchen vorbei.

Das Ufer ist hier sehr steinig und auch im Wasser liegen viele große Blöcke, die nur z.T. aus dem Wasser herausragen.
Für Boote sicher nicht ganz ungefährlich ...

Hier fällt das Wasser relativ schnell auf Tiefen von 3 bis 6 m ab.
Chili hielt das aber nicht ab, die Heringsmöwen aus ihrem Revier zu vertreiben.

Die exponierte Windlage bot den Gleitschirm-Fliegern über der Steilküste optimale Bedingungen.
Immer wieder huschte ein Schatten über uns hinweg.

Nach diesem schönen Spaziergang ließen wir uns im Café Kuchen und Capuccino schmecken und machten es uns anschließend am Wohnmobil bequem.
Auf dem Stellplatz herrschte eine himmlische Ruhe - nur Vogelgezwitscher. Und es tat gut, in der frischen, würzigen Seeluft durchzuatmen.


weiter geht's nach Wismar ...


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