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Bizarre Felsen, wilde Schluchten
Die vordere Sächsische Schweiz
Weimar, Festung Königstein, Lilienstein, Gamrig, Bastei

Anfang Juni 2014

Teil 2: Schrammsteine, Affensteine, Carola-Felsen
Teil 3: Kuhstall, Obere Schleuse, Thorwald-Wände, Hickelhöhle, Raubschloss
Teil 4: Kleinhennersdorfer Stein, Papststein, Gorisch, Pfaffenstein
Teil 5: Herkulessäulen im Bielatal, Dresden

Besucherzaehler

Ende Mai stand uns der Sinn nach Felsen. Es war ideales Wanderwetter zu erwarten und so starteten wir am 30. Mai in die "Schweiz" der Sachsen.

Ich habe noch nirgendwo so gut ausgebaute und gepflegte Wanderwege gesehen. Das hat in der Sächsischen Schweiz wohl Tradition. Schon vor über 300 Jahren wurden in den Lilienstein Treppenstufen geschlagen, damit auch August der Starke die großartige Aussicht über das Elbsandsteingebirge genießen konnte.
Sehr gute Wanderführer für die Sächsische Schweiz gibt es beim Berg- und Naturverlag Rölke
Besonders detaillierte Karten im Maßstab 1 : 10.000 und 1 : 30.000 gibt es von Rolf Böhm.

Wer gerne längere Streckenwanderungen macht, sollte unbedingt mal über den "Malerweg" gehen. Er führt in 8 Etappen über 115 km zu den schönsten Sehenswürdigkeiten des Elbsandsteingebirges. Absolut empfehlenswert!

Wandern in der Sächsischen Schweiz mit Hund?
Ganz bewusst zeige ich in meinem Bericht immer wieder Leitern und Metalltreppen, di
e wir auf unseren Wanderungen angetroffen haben. Bei der Planung war es für mich im Vorfeld schwierig zu beurteilen, ob und wo wir unsere großen Hunde mitnehmen können, oder ob wir sie besser im Wohnmobil warten lassen. Kleine Hunde kann man auf diesen Passagen sicher leicht auf den Arm nehmen und tragen. Aber bei 30-kg-Hunden wird das schwierig. Auf jeden Fall sollte der Hund ein Geschirr tragen. Vielleicht schnüffelt der eine oder andere Hundefreund auf dieser Homepage, der auch gerne einmal mit seinem Hund in der Sächsischen Schweiz wandern möchte. Mit den Fotos der schwierigen Passagen möchte ich diesen Hundebesitzern eine kleine Entscheidungshilfe geben.
Weitere Tipps zum Wandern mit Hund in der Sächsischen Schweiz gibt es auf diesen Seiten:
Elbsandsteingebirge mit Hund
Wandern Sächsische Schweiz - Hundeeignung bei den jeweiligen Details
Wanderpfade Sächsische Schweiz - Hundeeignung bei den jeweiligen Informationen
und auf der Seite des Tourismusverbands Sächsische Schweiz

Im Juni 2016 erscheint ein Wanderbuch für Hundehalter: "Wandern mit Hund - Elbsandsteingebirge"

Im September 2015 waren wir noch mal in der Sächsischen Schweiz. Den Reisebericht gibt es hier

Weimar

Am Freitag, 30. Mai sind wir früh am Morgen Richtung Osten gestartet.
Auf solch' langen Fahrten machen wir gerne in einer schönen Stadt Zwischenstation und übernachten dort auch.
Diesmal bot sich Weimar an.

Mein erstes Ziel in jeder Stadt ist die Tourist-Info, die hier in einem wirklich sehenswerten Haus am Marktplatz untergebracht ist.

Das Gartenhaus von Goethe ist für Gartenfreunde natürlich ein Muss!

Erstaunt war ich über die orthodoxe Kirche im historischen Friedhof. >

Festung Königstein
Samstag, 31. Mai

Da wir von Weimar aus keine weite Fahrt mehr hatten, kamen wir am Samstag bereits mittags in Königsstein an. Wir hatten also noch viel Zeit bis zum Abend. Was also tun? Spontan entschlossen wir uns, die Festung Königstein zu erobern. Aber ob das eine gute Idee war? Samstags, an einem langen Wochenende, bei schönem Wetter? Diese Idee hatten offenbar nicht nur wir. Hunderte, nein tausende Touristen strebten auf die Festung. Ein Bimmelbähnchen fuhr, große Reisebusse, und natürlich Autos. Ich hatte mich schon gewundert, als man in der Tourist-Info von einem Parkhaus sprach ... Wirklich. Hier auf dem Berg ist sogar ein mehrstöckiges Parkhaus notwendig, um die Autos der Touristenmassen zu fassen. Für unser Wohnmobil gab es einen beschrankten Parkstreifen neben dem Parkhaus. Wir stellten unser Mobil ab, führten Argus kurz aus und gingen dann zusammen mit den Hündinnen hoch zur Festung.

Oben konnten wir entlang der 1,7 km langen Ringmauer rund um die Festung gehen
und fantastische Aussichten in alle Richtungen genießen. Dabei konnten wir
schon mal
unser Wanderrevier für die nächsten 2 Wochen in Augenschein nehmen.

Die Festung wurde im 16. Jhdt. auf die Felsen und in die Felsen gebaut.
Durch diesem Ausbau war sie uneinnehmbar geworden und wurde nie erstürmt.
Sie ist mit 9,5 ha eine der größten Festungen Deutschlands. mehr ...

Heute gibt es hier sogar zwei Aufzüge.
Der gläserne Aufzug wurde fleißig benutzt und fuhr unermüdlich rauf und runter.
Immer voll besetzt.

Wir sind lieber über das sehenswerte alte Torwerk mit der "Dunklen Appareille" gegangen.

Auf der Südostseite der Festung beeindruckt das Zickzack der Felsvorsprünge,
denen die Festungsmauer folgt.

Blick von der Festung zu unserem Übernachtungsplatz neben dem Panoramahotel Lilienstein (s.Pfeil).
Der außergewöhnliche Tafelberg thront über der Ebenheit wie ein Monolith.
Die Elbe war gut gefüllt und führte viel braunes Wasser vom Unwetter der vergangenen Woche.

Lilienstein - der schönste Tafelberg
Sonntag, 1. Juni

Nachdem wir direkt am Fuß des Liliensteins übernachtet hatten,
sind wir morgens gleich nach dem Frühstück auf den Lilienstein gewandert.

Von unten wirkt der schwarze Koloss abweisend und drohend.
Die Aussicht auf dem Westhorn des Liliensteins ist aber leicht zu erreichen
und von ihrem höchsten Punkt bietet sich
ein überragendes Panorama.

Blick zurück zur Festung Königstein
Während wir am Tag vorher von der Festung aus beobachten konnten,
wie eine regelrechte Prozession über den Feldweg zum Südaufstieg des Liliensteins pilgerte,
waren so früh nur ganz wenige Wanderer unterwegs.

Der westliche Teil des Liliensteins ist stark zerklüftet. >

< Der Südaufstieg hat 540 Stufen! Kurfürst August der Starke
ließ ihn 1708 anlegen, weil er den Lilienstein besteigen wollte.

Wandern in der Sächsischen Schweiz heißt:
Stufen gehen. Stufen und nochmals Stuf
en.
Ich habe eigentlich keine Probleme mit den Knien,
aber nach 2 Wochen bin ich nach Möglichkeit jeder Stufe ausgewichen ...

Für Hunde sind die manchmal sehr steilen Treppen und Leitern nicht geeignet. Bergauf mögen sie das vielleicht noch meistern.
Aber bergab können solche Treppen ein unüberwindbares Hindernis sein. Und nicht immer gibt es für die Hunde Ausweichmöglichkeiten.
Evtl. könnte auch die Gefahr bestehen, dass sie mit ihren Krallen in den Gittern hängen bleiben.

Der Pfaffenstein - man könnte ihn fast mit dem Lilienstein verwechseln — und ein Blick auf die Festung Königsstein.

Blick vom Osthorn über die Elbe in die hintere sächsische Schweiz.
Im Dunst sind der Falkenstein und die Schrammsteine noch gut zu erkennen.

Blick von der Nordseite des Liliensteins auf das Basteigebiet (linkes Bild) und den Gamrig (rechts). Der Gamrig war unser nächstes Ziel am Nachmittag.
An der Bastei ist links der weiße Fels zu erkennen, an dem es im Jahr 2000 einen Felssturz gegeben hat.

Im Hintergrund sieht man links einen Bärenstein und den Rauenstein

Spaziergang mit den Hunden rund um den Lilienstein >

Wir haben unsere Hunde nicht auf den Lilienstein mitgenommen.
Es gibt einen sehr schönen Rundweg um den Lilienstein, wo die Hunde
sich auspowern können.

Der Gamrig - klein, aber fein

Der Gamrig ist ein kleiner, aber attraktiver Fels, den man gut zusammen mit Hunden bezwingen kann.
Es gab nur eine etwas schwierigere Stelle, an der die Hunde kurz zögerten.

Ich dachte, dass an so einem eher unscheinbaren Fels nicht viel los ist ... Irrtum. Hier hatten sich zwar nicht Tausende, aber doch Hunderte eingefunden. Es war Sonntag Nachmittag und schönes Wetter. Beide Parkplätze waren übervoll, man parkte bereits entlang der Zufahrtstraßen. Und auch wir mussten für unser Wohnmobil einen geeigneten Platz am Straßengraben suchen. Polizei war auch schon unterwegs. Und auf der Wiese neben unserem Parkplatz stand ein Rettungshubschrauber, der kurz danach startete. Ob etwas passiert war? Schon am Lilienstein konnten wir beobachten, wie eine Frau mit einem Rettungswagen abtransportiert wurde. Man sollte diese Felsen nicht unterschätzen!

Die Gamrig-Höhle ist eine Schichtfugenhöhle,
also eine Halbhöhle in einer tonig-sandigen Zwischenschicht.

Dann ging es zusammen mit den Hunden an den Aufstieg >

Dieser einstige Tafelberg ist wild zerklüftet. An seinem relativ weichen
Sandstein haben die Verwitterungskräfte besonders leichtes Spiel.
Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Aussichtspunkten der Sächsischen Schweiz
ist das Gipfelplateau des Gamrig nicht mit Geländern gesichert.

Vom Gipfelplateau aus hat man eine umfassende Aussicht.
Nach diesem Ausflug haben wir in einem Café Rast gemacht und hatten diese schöne Aussicht auf das Basteigebiet mit den Feldsteinen.

Am Straßenrand konnte unser Reisemobil natürlich nicht stehen bleiben. Unser nächstes Ziel war die Bastei. Übernachten ist nur auf dem großen Basteiparkplatz erlaubt, wo wir mit einigen WoMo-Kollegen ruhig gestanden haben. Sogar die Hunde hatten abends und frühmorgens auf dem Parkplatz viel Platz zum Toben. Nach dem Frühstück haben wir unser Wohni dann auf den Parkplatz direkt an der Bastei umgestellt.

Die Bastei
Montag, 2. Juni

DAS Ausflugsziel in der Sächsischen Schweiz!

Blick von der Kanzel der Basteiaussicht zum Lilienstein, Pfaffenstein und zur Festung Königsstein.
Die Basteiaussicht ist der meist besuchte und bekannteste Aussichtspunkt der Sächsischen Schweiz und gilt als ihre älteste Attraktion.
Bis hierhin ging es nur über wenige Treppen, da konnte auch Opa Argus mitkommen.

Dieses Foto ist für mich inzwischen etwas ganz besonderes: dies war seine letzte Reise mit uns, bevor er zu seiner allerletzten Reise aufbrach ... :-(

< Blick von der Basteiaussicht runter zum Fels "Steinschleuder"
mit der Basteibrücke und zur Felsenburg Neurathen im Hintergrund

Blick zum Neurathener Felsentor
siehe auch: Caspar David Friedrich "Felsenschlucht" 1822/23

Touristisches Pflichtprogramm: die Basteibrücke. So früh am Morgen war sie noch menschenleer. Doch das änderte sich bald ...
Auf der einen Seite der Brücke schaut man ins Elbtal, auf der anderen Seite in den Wehlgrund hinab.

links: Blick vom Ferdinandstein zur Brücke mit dem Fels "Steinschleuder" in der Mitte, auf dem im Mittelalter wirklich eine große Steinschleuder stand.
rechts: Blick auf die Felstürme der kleinen Gans, besonders beliebten Kletterfelsen

Im Hintergrund kann man rechts die "Lokomotive" erkennen, der wir ein Jahr später einen Besuch abgestattet haben (Reisebericht)

Die beiden Bilder links oben und unten zeigen genau entgegengesetzte Blickrichtungen.
Auf dem Bild oben links schaut man von der Aussicht auf dem Ferdinandstein zur Basteibrücke
und auf dem Bild unten links schaut man von der Basteibrücke zum Ferdinandstein.
Wenn man unten links gaaanz genau hinschaut, sieht man sogar jemand auf der Ferdinand-Aussicht stehen.

Der Ausblick von der Brücke ist wirklich faszinierend. Überall ragen steinerne Riesen aus dem Talgrund hervor.

Dieses Gewirr von Felstürmen auf engem Raum brachte dem Gebiet den saloppen Namen "Rathener Felsenzirkus" ein.

rechtes Bild: der Blick von der kleinen Gans (Pavillonaussicht) über den Wehlgrund zu den Wehltürmen und die Felsenburg Neurathen.
Im Hintergrund die Tafelberge mit dem Lilienstein, dem markantesten Tafelberg der Sächsischen Schweiz.

Die Basteibrücke überspannt die fast 80 Meter breite Schlucht "Mardertelle"
zur alten Burg Neurathen..

Mit ihr wurde eine an sich unzugängliche wilde Landschaft
für jedermann begehbar gemacht.

Wir haben die beiden Hündinnen auch in die Felsenburg Neurathen mitgenommen. Die steilen Metalltreppen und Brücken, durch deren Bodenroste man in die Tiefe schauen konnte, waren eine Herausforderung, bei der auch manche Zweibeiner Probleme hatten. Unsere Hündinnen meisterten alle Schwierigkeiten mit Bravour. Diese kleine Runde bietet sich evtl. als Teststrecke an, um zu sehen, was man seinen Hunden zumuten kann. Notfalls kann man abbrechen und geht wieder zurück.

Die große Wehrgangsbrücke aus dem Burghof >

Diese Brücke ist das erste Bauwerk in Europa,
das ausschließlich touristischen Zwecken dient.
1826 wurde eine hölzerne Brücke gebaut,
die heutige steinerne Brücke steht seit 1851.

unten: Blick zum Gamrig und über den Mönch mit der Wetterfahne

Blick vom "Kanapee" zur Bastei-Aussicht, die 190 m über der Elbe liegt. >

Nach einem sehr leckeren Mittagessen im Panoramarestaurant wollten wir eine Rundwanderung vorbei an den Schwedenlöchern machen.
Aber leider war der Weg dorthin gesperrt. Das Unwetter der vergangenen Woche hatte ganze Arbeit geleistet. Schade.
Wir fanden aber ein Hinweisschild, auf dem eine Umleitungsstrecke eingezeichnet war. Nunja. Dann machen wir eben einen kleinen Umweg über Rathewalde.
Und das hat sich wirklich gelohnt!

Erfrischung im Grünbach

Der Grünbach fließt immer grün, d.h., er hat immer Wasser.
Er entspringt oberhalb von Rathewalde im Granit.
Dieses Gestein sorgt für eine kontinuierliche Wasserzufuhr,
während im Sandstein nur nach der Schneeschmelze
oder Regengüssen Wasser im Bachbett plätschert.

Ich hatte mich auf den Amselfall gefreut.
Als wir dort ankamen, dachte ich: "Ach, wie mickrig". Doch dann - huch - schossen plötzlich große Wassermassen herab. Der Amselbach wird dort angestaut und gegen einen Obulus von 30 Cent wird das Wasser losgelassen.

Diese angestauten Wasserfälle haben hier in der Sächsischen Schweiz wohl Tradition.
Schon im 19. Jhdt. hat man der Attraktion des Wasserfalls so auf die Sprünge geholfen.

In der Höhle hinter dem Wasserfall, die man auf dem linken Bild erahnen kann, hat man früher ein Feuer entfacht,
das durch den Wasserfall hindurch leuchtete. Das war sicher ganz besonders romantisch.

Der Amselgrund trägt seinen Namen wahrscheinlich
nach den in der Region häufig brütenden Wasseramseln,
von denen wir auch eine gesehen haben.

Der 1934 künstlich angelegte Amselsee hat eine herrliche Lage.

Auf dem unteren Bild sieht man die Felsgruppe "Lokomotive"

Gleich hinter dem Amselsee ging es ... na was wohl? Richtig. Es ging bergauf.
Ich hab' die Stufen nicht gezählt. Es müssen Hunderte sein. Wikipedia meint: 487. Die Treppe schien schier endlos zu sein.
In einer Verschnaufpause hörten wir entfernt leisen Gesang. Gesang? Hier in diesem Tal? Mitten im Wald?
Je höher wir kamen, desto deutlicher wurde der Gesang. Klassisches deutsches Liedgut. Ein wunderschöner Bariton.
Diese Untermalung machte den Aufstieg gleich etwas angenehmer.
An einer Wegbiegung, stand dann die Quelle des Gesangs. Wie ich später erfuhr, ist das die traditionelle Sängerecke.


weiter geht's zu den Schrammsteinen ...

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